Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Testament – alle Schritte, Dokumente, Fristen und Behörden auf einen Blick.
In schwierigen Lebenssituationen helfen klare Anleitungen, den Überblick zu behalten. Für Vorsorge & Testament – Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Testament – führt diese Seite mit 7 Checklisten mit insgesamt 37 Schritten Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess. Alle benötigten Unterlagen, zuständigen Behörden und wichtigen Fristen finden Sie direkt im jeweiligen Schritt.
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📋 Testament erstellen
Prüfen, ob Testament erforderlich ist (gesetzliche Erbfolge vs. gewünschte Erbfolge)
gesetzliche Erbfolge Ihren Wünschen entspricht (Ehepartner 1/2, Kinder teilen sich Rest). Ein Testament ist sinnvoll bei
Patchwork-Familien,
Immobilienbesitz,
unverheirateten Partnern (erben sonst nichts!) oder wenn Sie
Streit vermeiden wollen. Vergleichen Sie Ihre Wünsche mit der gesetzlichen Erbfolge – bei Abweichungen Testament erstellen.
Wichtiger Hinweis – häufiger und folgenschwerer Irrtum: Nichteheliche Lebenspartner erben nach der gesetzlichen Erbfolge GAR NICHTS – egal wie lange die Beziehung besteht und egal ob Sie zusammenleben. Besonders wichtig: Unverheiratete Partner erben nach gesetzlicher Erbfolge
gar nichts – unabhängig wie lange die Partnerschaft besteht. Nur durch ein Testament kann der Partner abgesichert werden.
Praxistipp: Erstellen Sie eine einfache Liste Ihrer Wünsche (wer soll was bekommen) und vergleichen Sie diese mit der gesetzlichen Erbfolge – schon dieser Vergleich zeigt, ob ein Testament erforderlich ist.
Eigenhändiges Testament verfassen (komplett handschriftlich und unterschrieben)
komplett handschriftlich verfasst sein (kein Computer!), mit
vollem Namen unterschrieben und mit
Datum/Ort versehen. Inhalt: Erbeinsetzung ('Ich setze [Name] zu meinem Alleinerben ein'), optional Vermächtnisse und Testamentsvollstrecker. Formulieren Sie
klar und eindeutig – Unklarheiten führen zu Streit. Ein getipptes Testament ist unwirksam!
Achtung – Formfehler machen das GESAMTE Testament unwirksam: Ein einziger Formfehler (z.B. ein getippter Zusatz in einem handschriftlichen Testament, falsches oder fehlendes Datum, fehlende Unterschrift am Ende) macht das GESAMTE Testament unwirksam – nicht nur den fehlerhaften Teil. Im Zweifel gilt dann die gesetzliche Erbfolge, als hätten Sie kein Testament erstellt!
Praxistipp: Schreiben Sie das Testament in einem Zug durch, ohne Unterbrechungen, und prüfen Sie danach nochmals Datum, Ort und Unterschrift – diese drei Elemente sind die häufigsten Fehlerquellen.
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Selbst verfassen auf normalem Papier.
Kosten: Kostenlos (nur Papier und Stift nötig).
Praxistipp: Schreiben Sie mit Kugelschreiber oder Füller, nicht mit Bleistift. ALLES muss handschriftlich sein – kein Computer, kein Druck, sonst unwirksam!
Testament sicher aufbewahren (Zuhause oder beim Nachlassgericht hinterlegen)
beim Nachlassgericht hinterlegen (75 EUR + 18 EUR Registrierung = 93 EUR einmalig) – wird
garantiert gefunden nach Tod und Erben automatisch benachrichtigt. Alternative: Zuhause aufbewahren, aber
Vertrauensperson muss Aufbewahrungsort kennen (Risiko: verloren/übersehen). Testament ist
jederzeit änderbar durch neues Testament mit aktuellerem Datum.
Praxistipp: Wählen Sie die Hinterlegung beim Nachlassgericht – die einmaligen 93 EUR sind gut investiert und verhindern, dass das Testament im Todesfall übersehen wird.
Optionale Unterlagen
Wo bekommen: Selbst erstellen oder mit Hilfe von Mustervorlagen (BMJ, Verbraucherzentrale).
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Lassen Sie den Entwurf vor der finalen handschriftlichen Fassung von einem Anwalt oder Notar prüfen - so vermeiden Sie Formfehler und Unklarheiten, die später zu Streit führen können!
Notartermin vereinbaren (Erstberatung meist kostenlos)
Rechtssicherheit,
Beratung zu Steuern/Pflichtteil,
automatische Hinterlegung, bei
Immobilienbesitz kein Erbschein nötig (spart Kosten). Mitbringen: Personalausweis,
Liste Vermögenswerte (Immobilien, Konten, Wertpapiere),
Namen der Erben. Bei komplizierten Verhältnissen (Patchwork-Familie, Unternehmen) dringend empfohlen.
Praxistipp: Bereiten Sie vor dem Notartermin eine schriftliche Liste Ihrer Wünsche vor (wer soll was erben, gibt es Vermächtnisse?) – das spart Zeit und Kosten beim Notartermin.
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Immer dabei haben.
Praxistipp: Reisepass geht auch, dann aber zusätzlich aktuelle Meldebescheinigung mitbringen.
Wo bekommen: Selbst erstellen (Excel, handschriftlich).
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Geschäftswert bestimmt Notarkosten – je genauer die Liste, desto genauer der Kostenvoranschlag!
Wo bekommen: Selbst notieren.
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Je vollständiger die Daten, desto schneller kann der Notar den Entwurf erstellen.
Notarkosten klären (abhängig vom Vermögenswert, ca. 100-1.000 EUR)
Vermögen (GNotKG): 50.000 EUR → 165 EUR, 100.000 EUR → 273 EUR, 500.000 EUR → 935 EUR. Geschäftswert = Immobilien + Konten + Wertpapiere
minus Schulden. Bei
Ehegattentestament doppelte Gebühr. Zusätzlich: Hinterlegung 93 EUR. Bei Immobilienbesitz spart Testament später
Erbschein-Kosten (100-1.000+ EUR).
Praxistipp: Vergleichen Sie 2-3 Notare – Gebühren sind zwar gesetzlich festgelegt, aber bei komplexen Testamenten kann es Spielraum geben!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Vom Notar nach Erstberatung (meist per E-Mail oder Brief).
Kosten: Kostenlos (Teil der Erstberatung).
Praxistipp: Vergleichen Sie 2-3 Notare – Gebühren sind zwar gesetzlich festgelegt, aber bei komplexen Testamenten kann es Spielraum geben!
Testamentsentwurf mit Notar besprechen und finalisieren
Entwurf basierend auf Ihren Wünschen und berät über
Pflichtteil (Kinder/Ehepartner haben Mindestanspruch) und
Erbschaftsteuer-Freibeträge (Ehepartner 500.000 EUR, Kinder 400.000 EUR). Entwurf wird Ihnen zugeschickt, Sie prüfen und geben Feedback. Notar überarbeitet bis alles passt. Nehmen Sie sich Zeit – Testament gilt ein Leben lang!
Praxistipp: Lesen Sie den Entwurf in Ruhe durch und markieren Sie unklare Stellen. Scheuen Sie sich nicht, Änderungen zu verlangen – das ist Teil des Service!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Vom Notar per Post oder E-Mail nach Erstberatung zugeschickt.
Kosten: Im Notarhonorar enthalten.
Praxistipp: Lesen Sie den Entwurf in Ruhe durch und markieren Sie unklare Stellen. Scheuen Sie sich nicht, Änderungen zu verlangen – das ist Teil des Service!
Testament beim Notar beurkunden und unterschreiben
verliest Testament vollständig, Sie
unterschreiben (bei Ehegattentestament beide Partner). Notar hinterlegt Testament
automatisch beim Nachlassgericht und meldet es im Zentralen Testamentsregister. Sie erhalten Kopie. Hören Sie aufmerksam zu – nach Unterschrift ist Änderung nur durch neues Testament möglich (kostet erneut)!
Praxistipp: Hören Sie beim Verlesen genau zu – nach Unterschrift ist Änderung nur durch neues Testament möglich (kostet erneut Gebühren)!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Beim Beurkundungstermin beim Notar (Original geht automatisch ans Nachlassgericht, Sie erhalten Ausfertigung/Kopie).
Kosten: Je nach Vermögen 165-1.735 EUR (siehe Schritt 2).
Praxistipp: Hören Sie beim Verlesen genau zu – nach Unterschrift ist Änderung nur durch neues Testament möglich (kostet erneut Gebühren)!
Testament regelmäßig aktualisieren
Heirat (macht altes Testament unwirksam!),
Scheidung,
Geburt von Kindern,
Tod eines Bedachten, größere
Vermögensänderungen. Empfehlung: Alle 5 Jahre überprüfen. Altes Testament vernichten oder beim Nachlassgericht hinterlegtes aktualisieren.
Praxistipp: Setzen Sie sich einen jährlichen Kalender-Reminder und überprüfen Sie, ob Ihre Lebensumstände noch mit dem Testamentsinhalt übereinstimmen.
Vollmacht bei der Bank registrieren lassen
bankspezifische Formularvollmacht zusätzlich zur allgemeinen notariellen Vorsorgevollmacht. Direkt bei der
Hausbank nachfragen und bankspezifische Vollmacht ausfüllen lassen. Ohne diese können Bevollmächtigte im Ernstfall nicht auf Konten zugreifen! Gleiches gilt für Depots bei Brokern.
Praxistipp: Erledigen Sie dies beim nächsten Bankbesuch – dauert nur wenige Minuten und verhindert, dass Angehörige im Ernstfall vor verschlossenen Konten stehen.
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Direkt bei der Hausbank (Filiale oder per Online-Banking-Service) – jede Bank hat ein eigenes Formular.
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Fragen Sie explizit nach der 'Kontovollmacht' oder 'Bankvollmacht' – nicht alle Bankmitarbeiter bieten dies aktiv an. Gilt nur für Konten bei dieser Bank, bei weiteren Banken jeweils separat einholen!
📋 Vorsorgevollmacht erstellen
Prüfen, ob Vorsorgevollmacht sinnvoll ist (Alternative zu Betreuungsverfügung)
Betreuungsgericht einen Betreuer – auch bei Ehepartnern! Ehepartner dürfen
nicht automatisch entscheiden. Vollmacht regelt
Gesundheitssorge (Arztgespräche, Operationen),
Vermögenssorge (Konten, Verträge),
Aufenthaltsbestimmung (Pflegeheim) und
Behördenvertretung. Sinnvoll für jeden ab 18 Jahren, besonders bei unverheirateten Paaren. Kostenlos erstellen!
Praxistipp: Erstellen Sie die Vorsorgevollmacht solange Sie vollständig geschäftsfähig sind – nach einem Unfall oder einer Erkrankung ist es oft zu spät.
Bevollmächtigte Person(en) auswählen (Vertrauensperson, Ehepartner, Kinder)
vertrauenswürdige,
volljährige und
geschäftsfähige Person (Ehepartner, Kinder, Geschwister, Freunde). Sie kann über
alles entscheiden – Gesundheit, Geld, Wohnung! Fragen Sie vorher, ob Person bereit ist. Optionen:
Einzelvertretung (praktisch),
gemeinschaftliche Vertretung (sicherer) oder
gestaffelt (erst Ehepartner, dann Kinder – empfohlen). Benennen Sie
Ersatzbevollmächtigten falls erste Person verhindert.
Praxistipp: Notieren Sie auch Ersatzbevollmächtigte für den Fall, dass erste Person verhindert ist (Umzug, Krankheit, Tod).
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Selbst erstellen mit Namen, Geburtsdatum, Adresse, Telefon, Verwandtschaftsverhältnis.
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Notieren Sie auch Ersatzbevollmächtigte für den Fall, dass erste Person verhindert ist (Umzug, Krankheit, Tod).
Vorsorgevollmacht schriftlich verfassen (Mustervollmacht nutzen)
schriftlich verfasst werden (mündlich ungültig). Nutzen Sie kostenlose
Mustervollmacht (BMJ www.bmj.de). Inhalt: Persönliche Daten,
Umfang (Gesundheitssorge, Vermögenssorge, Aufenthaltsbestimmung, Behördenvertretung),
freiheitsentziehende Maßnahmen (nur wenn ausdrücklich erlaubt!), Datum und
eigenhändige Unterschrift. Keine notarielle Beurkundung nötig (außer bei Immobilien). Einfach ausfüllen, unterschreiben, fertig!
Wichtig – nur bei voller Geschäftsfähigkeit gültig: Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung müssen im Moment vollständiger Geschäftsfähigkeit erstellt werden. Eine nachträgliche Erstellung bei einsetzender Demenz, schwerer psychischer Erkrankung oder anderen die Geschäftsfähigkeit beeinträchtigenden Zuständen kann unwirksam sein und angefochten werden. Wer an Demenz erkrankt ist oder nicht mehr geschäftsfähig ist, kann keine wirksame Vollmacht mehr erteilen. Erstellen Sie diese Dokumente daher frühzeitig!
Praxistipp: Kann handschriftlich oder getippt sein – Hauptsache eigenhändige Unterschrift! Keine notarielle Beurkundung nötig (außer bei Immobilien).
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Kostenlose Musterformulare auf www.bmj.de oder bei Betreuungsbehörden.
Kosten: Kostenlos (nur Papier + Drucker).
Praxistipp: Kann handschriftlich oder getippt sein – Hauptsache eigenhändige Unterschrift! Keine notarielle Beurkundung nötig (außer bei Immobilien).
Vorsorgevollmacht dem Bevollmächtigten übergeben (Original!)
Kopie für sich behalten, optional bei Hausarzt hinterlegen.
Hinweiskarte im Portemonnaie ('Vorsorgevollmacht vorhanden, Kontakt: [Name, Telefon]') – hilft Rettungsdienst. Bevollmächtigter soll sicher verwahren (Dokumentenmappe, Safe), nicht im Bankschließfach. Informieren Sie Bevollmächtigten über Ihre Wünsche (Patientenverfügung erstellen!).
Praxistipp: Notieren Sie 'Vorsorgevollmacht vorhanden, Kontakt: [Name Bevollmächtigter, Telefon]' – hilft Rettungsdienst im Notfall sofort!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Selbst erstellen (Visitenkarten-Größe) oder Vorlagen bei Betreuungsbehörden.
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Notieren Sie 'Vorsorgevollmacht vorhanden, Kontakt: [Name Bevollmächtigter, Telefon]' – hilft Rettungsdienst im Notfall sofort!
Optional: Vorsorgevollmacht notariell beurkunden (nur bei Immobilien erforderlich)
erforderlich bei
Immobiliengeschäften (Grundbuchämter akzeptieren nur notarielle Vollmachten!) und
Gesellschaftsanteilen. Empfohlen bei hohem Vermögen (100.000+ EUR), Auslandsvermögen oder Streitgefahr. Kosten: 60-200 EUR einmalig (GNotKG). Ablauf: Notar erstellt Entwurf, Beurkundungstermin, Ausfertigung erhalten. Bei Immobilienbesitz unbedingt notariell – sonst kann Bevollmächtigter nicht über Immobilie verfügen!
Praxistipp: Erforderlich bei Immobilienbesitz – Grundbuchämter akzeptieren nur notarielle Vollmachten! Ohne notarielle Beurkundung kann Bevollmächtigter nicht über Ihre Immobilie verfügen.
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Beim Notar nach Beurkundungstermin (Ausfertigung mit Siegel).
Kosten: 60-200 EUR einmalig je nach Umfang.
Praxistipp: Erforderlich bei Immobilienbesitz – Grundbuchämter akzeptieren nur notarielle Vollmachten! Ohne notarielle Beurkundung kann Bevollmächtigter nicht über Ihre Immobilie verfügen.
Vorsorgevollmacht im Zentralen Vorsorgeregister registrieren (optional, 20,50 EUR)
Zentralen Vorsorgeregister (www.vorsorgeregister.de) verhindert unnötige
Betreuungsverfahren – Gericht sieht sofort, dass Vollmacht existiert. Kosten:
20,50 EUR einmalig per Lastschrift (bzw. 26 EUR bei Überweisung/Post, lebenslang gültig, seit 01.01.2022). Vollmacht wird
nicht hinterlegt, nur Information gespeichert (Datum, Bevollmächtigter, Aufbewahrungsort). Änderungen jederzeit online möglich. Sehr sinnvoll – verhindert, dass Vollmacht übersehen wird!
Praxistipp: Registrierung dauert nur 5 Minuten online und verhindert, dass Betreuungsgericht Ihre Vollmacht übersieht!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Automatisch per E-Mail nach Online-Registrierung auf www.vorsorgeregister.de.
Kosten: 20,50 EUR einmalig per Lastschrift (bzw. 26 EUR bei Überweisung/Post, lebenslang gültig, seit 01.01.2022).
Praxistipp: Registrierung dauert nur 5 Minuten online und verhindert, dass Betreuungsgericht Ihre Vollmacht übersieht!
📋 Patientenverfügung erstellen
Prüfen, ob Patientenverfügung sinnvoll ist (medizinische Behandlungswünsche festlegen)
für lebensverlängernde Maßnahmen – auch wenn Sie das nicht wollen! Verfügung regelt:
künstliche Beatmung,
Wiederbelebung,
Dialyse,
Magensonde,
Schmerzbehandlung (auch lebensverkürzend?),
Organspende,
Sterbebegleitung (Hospiz/Zuhause). Sinnvoll für jeden Erwachsenen, besonders ab 50+. Kombinieren mit
Vorsorgevollmacht (Person, die Wünsche durchsetzt)!
Wichtiger Unterschied: Patientenverfügung vs. Betreuungsverfügung: Die
Patientenverfügung (§ 1827 BGB) bindet Ärzte
direkt – Ärzte müssen den schriftlichen Willen ohne Genehmigung eines Gerichts befolgen. Sie ist das stärkste Instrument für medizinische Selbstbestimmung. Die
Betreuungsverfügung hingegen bindet
nur das Gericht bei der Auswahl des Betreuers – der dann ernannte Betreuer entscheidet anschließend selbst (gebunden an Ihren bekannten Willen, aber ohne die direkte Bindungswirkung der Patientenverfügung). Empfehlung: Erstellen Sie
beide Dokumente – Patientenverfügung für medizinische Direktweisung, Betreuungsverfügung als Sicherheitsnetz.
Praxistipp: Kombinieren Sie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht – die Vollmacht benennt die Person, die Ihre Wünsche durchsetzt, die Patientenverfügung legt diese Wünsche verbindlich fest.
Patientenverfügung schriftlich verfassen (Musterverfügung nutzen)
schriftlich sein. Nutzen Sie kostenlose
Musterverfügung (BMJ www.bmj.de, Bundesärztekammer, Hospizverbände). Inhalt: Persönliche Daten,
Situationen (unheilbare Erkrankung, Koma, Demenz, Hirnschaden),
konkrete Behandlungswünsche (Beatmung ja/nein, Wiederbelebung, Magensonde, Schmerzbehandlung, Antibiotika), Sterbebegleitung, Organspende, Datum und
eigenhändige Unterschrift. Formulieren Sie konkret, nicht allgemein!
Praxistipp: Kann handschriftlich oder getippt sein – Hauptsache eigenhändige Unterschrift! Formulieren Sie konkret ('Ich lehne künstliche Beatmung ab'), nicht allgemein ('Keine lebensverlängernden Maßnahmen').
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Kostenlose Musterformulare auf www.bmj.de, bei Bundesärztekammer oder Hospizverbänden.
Kosten: Kostenlos (nur Papier + Drucker).
Praxistipp: Kann handschriftlich oder getippt sein – Hauptsache eigenhändige Unterschrift! Formulieren Sie konkret ('Ich lehne künstliche Beatmung ab'), nicht allgemein ('Keine lebensverlängernden Maßnahmen').
Patientenverfügung mit Arzt/Ärztin besprechen (medizinische Beratung empfohlen)
medizinische Fachbegriffe und Konsequenzen (Was ist künstliche Beatmung? Wann eingesetzt?), schätzt Ihre gesundheitliche Situation ein, weist auf Unklarheiten hin. Termin ca. 30 Min, Entwurf mitbringen, gemeinsam überarbeiten. Optional: Arzt vermerkt Beratung auf Verfügung (erhöht Akzeptanz).
Kostenlos – kassenärztliche Leistung! Nutzen Sie diese Beratung!
Praxistipp: Bitten Sie Arzt um handschriftlichen Vermerk 'Besprochen am [Datum] mit Dr. [Name]' – erhöht Akzeptanz bei Ärzten im Ernstfall!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Gemeinsam mit Hausarzt beim Beratungstermin durchgehen und anpassen.
Kosten: Kostenlos (kassenärztliche Leistung).
Praxistipp: Bitten Sie Arzt um handschriftlichen Vermerk 'Besprochen am [Datum] mit Dr. [Name]' – erhöht Akzeptanz bei Ärzten im Ernstfall!
Patientenverfügung bei Arzt, Bevollmächtigtem und Zuhause aufbewahren
Kopie beim Hausarzt und zuhause,
Hinweiskarte im Portemonnaie ('Patientenverfügung vorhanden, Kontakt: [Name, Telefon]') – hilft Rettungsdienst! Ärzte müssen Original sehen oder glaubhafte Auskunft.
Aktualisierung: Alle 2-3 Jahre überprüfen, nach schwerer Erkrankung anpassen. Bei Änderung: alte Verfügung vernichten, neue erstellen und verteilen. Notfallkarte sehr wichtig!
Praxistipp: Notieren Sie 'Patientenverfügung vorhanden, Kontakt: [Name Bevollmächtigter, Telefon]' – hilft Rettungsdienst und Notarzt im Notfall sofort! SEHR WICHTIG!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Selbst erstellen (Visitenkarten-Größe) oder Vorlagen bei Hospizverbänden.
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Notieren Sie 'Patientenverfügung vorhanden, Kontakt: [Name Bevollmächtigter, Telefon]' – hilft Rettungsdienst und Notarzt im Notfall sofort! SEHR WICHTIG!
📋 Betreuungsverfügung erstellen
Prüfen, ob Betreuungsverfügung zusätzlich zur Vorsorgevollmacht sinnvoll ist
Vorsorgevollmacht nicht ausreicht. Gericht bestellt Betreuer, aber Sie schlagen vor
WEN (Gericht folgt meist). Sinnvoll wenn Bevollmächtigter verhindert/verstorben oder Vollmacht angezweifelt wird. Inhalt:
Wunsch-Betreuer,
unerwünschte Betreuer,
persönliche Wünsche (zuhause bleiben, Kontakt zu Enkeln). Erstellen Sie BEIDES – Vollmacht (erste Wahl) UND Betreuungsverfügung (Backup)!
Wichtiger Unterschied zwischen Patientenverfügung und Betreuungsverfügung: Die
Patientenverfügung (§ 1827 BGB) bindet Ärzte
direkt – sie enthält klare medizinische Anweisungen zu Behandlungswünschen (Beatmung, Wiederbelebung etc.) und muss von Ärzten ohne Gerichtsgenehmigung beachtet werden. Die
Betreuungsverfügung bindet
nur das Gericht bei der Betreuerauswahl, nicht Ärzte. Der vom Gericht ernannte Betreuer entscheidet dann selbst – er ist zwar an Ihren bekannten Willen gebunden, hat aber mehr Entscheidungsspielraum als bei einer Patientenverfügung. Beide Dokumente zusammen bieten den umfassendsten Schutz: Patientenverfügung für medizinische Direktentscheidungen, Betreuungsverfügung als Sicherheitsnetz bei Vollmacht-Problemen.
Praxistipp: Erstellen Sie immer beide Dokumente gemeinsam – Vorsorgevollmacht + Patientenverfügung + Betreuungsverfügung als vollständiges Paket.
Betreuungsverfügung schriftlich verfassen (oft kombiniert mit Vorsorgevollmacht)
schriftlich sein, oft im gleichen Formular wie Vorsorgevollmacht. Nutzen Sie
Musterverfügung (BMJ www.bmj.de, Betreuungsbehörden, Betreuungsvereine). Inhalt: Persönliche Daten,
Wunsch-Betreuer,
Ersatz-Betreuer,
Ausschluss bestimmter Personen,
persönliche Wünsche (Wohnsituation, soziale Kontakte, Religion, Freizeit), Datum und
eigenhändige Unterschrift. Formulieren Sie Wünsche konkret – hilft Betreuer!
Praxistipp: Oft im gleichen Formular wie Vorsorgevollmacht enthalten. Kann handschriftlich oder getippt sein – Hauptsache eigenhändige Unterschrift!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Kostenlose Musterformulare auf www.bmj.de, bei Betreuungsbehörden oder Betreuungsvereinen.
Kosten: Kostenlos (nur Papier + Drucker).
Praxistipp: Oft im gleichen Formular wie Vorsorgevollmacht enthalten. Kann handschriftlich oder getippt sein – Hauptsache eigenhändige Unterschrift!
Betreuungsverfügung bei Betreuungsbehörde hinterlegen (optional, kostenlos)
Betreuungsbehörde (Sozialamt/Landratsamt) sehr sinnvoll: Gericht sieht sofort Ihren Wunsch-Betreuer,
kostenlos, sicher verwahrt. Termin vereinbaren, Verfügung mitbringen (Original/Kopie), Behörde registriert. Wird auch im
Zentralen Vorsorgeregister registriert (www.vorsorgeregister.de). Erhöht Chance, dass Wunsch-Betreuer bestellt wird. Kostenlos – nutzen Sie das!
Praxistipp: Hinterlegung dauert nur 10-15 Minuten und erhöht stark die Chance, dass Ihr Wunsch-Betreuer vom Gericht bestellt wird!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Von Betreuungsbehörde nach Termin (meist schriftlich oder per E-Mail).
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Hinterlegung dauert nur 10-15 Minuten und erhöht stark die Chance, dass Ihr Wunsch-Betreuer vom Gericht bestellt wird!
📋 Digitalen Nachlass regeln (Online-Konten, Passwörter, Kryptowährungen)
Alle digitalen Konten und Zugänge auflisten
alle digitalen Konten auf:
Online-Banking,
PayPal,
Kryptowährungen,
E-Mails,
Social Media,
Cloud-Speicher,
Streaming-Abos,
Domains,
Online-Shops,
berufliche Accounts. Für jedes Konto: Dienstname, Benutzername, Passwort-Speicherort, 2FA aktiv? Nutzen Sie
Passwort-Manager (Bitwarden, KeePass, 1Password) – Erben brauchen nur ein Masterpasswort für alle Konten!
Praxistipp: Nutzen Sie einen Passwort-Manager (Bitwarden, KeePass, 1Password) – dann brauchen Erben nur EIN Masterpasswort für alle Konten statt hunderte Einzelpasswörter!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Selbst erstellen in Excel, Word, Textdokument oder Passwort-Manager.
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Nutzen Sie einen Passwort-Manager (Bitwarden, KeePass, 1Password) – dann brauchen Erben nur EIN Masterpasswort für alle Konten statt hunderte Einzelpasswörter!
Passwörter sicher hinterlegen (Passwort-Manager oder verschlüsselte Liste)
Passwort-Manager empfohlen (Bitwarden, 1Password, Dashlane): Alle Passwörter zentral,
Master-Passwort bei Vertrauensperson/Notar hinterlegen (verschlossener Umschlag). Alternative:
verschlüsselte Datei (7-Zip, VeraCrypt). NICHT im Testament (wird öffentlich!).
Notfall-Zugang: Bitwarden/1Password bieten 'Emergency Access' – Vertrauensperson erhält nach X Tagen automatisch Zugriff. Bei Passwort-Wechsel Manager aktualisieren!
Praxistipp: Master-Passwort in verschlossenem Umschlag bei Notar/Vertrauensperson hinterlegen. NIEMALS Passwörter im Testament – wird öffentlich verlesen!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Passwort-Manager-Software (Bitwarden, 1Password, KeePass) oder verschlüsselte Datei (7-Zip, VeraCrypt).
Kosten: Kostenlos (Bitwarden, KeePass) bis 36 EUR/Jahr (1Password).
Praxistipp: Master-Passwort in verschlossenem Umschlag bei Notar/Vertrauensperson hinterlegen. NIEMALS Passwörter im Testament – wird öffentlich verlesen!
Anweisungen für digitalen Nachlass in Vorsorgevollmacht aufnehmen
Vorsorgevollmacht um digitalen Nachlass. Anweisungen:
Passwort-Zugang ('Master-Passwort bei Notar'),
Online-Banking (auflösen),
E-Mails (durchsuchen/löschen),
Social Media (Gedenkzustand/löschen),
Cloud (sichern/löschen),
Abos (kündigen),
Kryptowährungen (Seed-Phrase-Ort, verkaufen). Formulieren Sie konkret! Nutzen Sie
Nachlass-Funktionen: Facebook Gedenkzustand,
Google Inaktivitätsmanager,
Apple Digital Legacy!
Praxistipp: Formulieren Sie konkret ('Facebook-Konto in Gedenkzustand versetzen', 'Google Drive auf USB-Stick sichern'), nicht allgemein ('Kümmere dich um Social Media').
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Bestehende Vorsorgevollmacht um eine Seite 'Anweisungen digitaler Nachlass' ergänzen.
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Formulieren Sie konkret ('Facebook-Konto in Gedenkzustand versetzen', 'Google Drive auf USB-Stick sichern'), nicht allgemein ('Kümmere dich um Social Media').
Kryptowährungen und digitale Assets sichern (Wallets, Seed-Phrases)
Kryptowährungen unwiederbringlich verloren!
Seed-Phrase (12-24 Wörter) = wichtigste Information – nur auf
Papier/Metall (niemals digital!). In
Safe/Bankschließfach/Notar hinterlegen. In Vorsorgevollmacht Hinweis: 'Kryptowährungen vorhanden, Seed-Phrase in Safe [Ort]'. Vertrauensperson zeigen WO liegt (nicht Phrase selbst!). Bei großen Beständen (10.000+ EUR):
Shamir's Secret Sharing – Phrase in 2-3 Teile teilen!
Praxistipp: NIEMALS digital speichern (Hackgefahr)! Nur auf Papier oder Metall-Platte (feuerfest). In Safe, Bankschließfach oder bei Notar hinterlegen. Ohne Seed-Phrase sind Kryptowährungen UNWIEDERBRINGLICH verloren!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Bei Wallet-Erstellung (z.B. Ledger, Trezor, MetaMask) angezeigt – SOFORT auf Papier notieren!
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: NIEMALS digital speichern (Hackgefahr)! Nur auf Papier oder Metall-Platte (feuerfest). In Safe, Bankschließfach oder bei Notar hinterlegen. Ohne Seed-Phrase sind Kryptowährungen UNWIEDERBRINGLICH verloren!
Wo bekommen: Selbst erstellen mit Namen aller Dienste (Coinbase, Binance, Ledger, etc.).
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Notieren Sie für jedes Wallet den Dienst, Benutzername und WO die Seed-Phrase liegt (nicht die Phrase selbst!).
Social-Media- und Online-Konten regeln (Gedenkzustand oder Löschung)
Facebook Gedenkzustand (Profil bleibt sichtbar, Nachlasskontakt benennen) oder Löschung.
Google Inaktivitätsmanager (Daten nach X Monaten an Vertrauensperson).
Apple Digital Legacy (iOS 15.2+, Vertrauensperson für iCloud-Daten). Instagram Gedenkzustand, Twitter/LinkedIn Löschung durch Erben. Aktivieren Sie
JETZT Nachlass-Funktionen (Google, Facebook, Apple) – dauert 10 Min, sichert Daten!
Praxistipp: Aktivieren Sie JETZT diese Funktionen – dauert nur 10 Minuten und sichert Ihre Daten für Angehörige! Google überträgt Daten nach X Monaten Inaktivität automatisch.
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: In den Kontoeinstellungen von Google (Inaktivitätsmanager), Facebook (Gedenkzustand-Kontakt), Apple (Digital Legacy ab iOS 15.2).
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Aktivieren Sie JETZT diese Funktionen – dauert nur 10 Minuten und sichert Ihre Daten für Angehörige! Google überträgt Daten nach X Monaten Inaktivität automatisch.
Vertrauensperson(en) für digitalen Nachlass benennen und einweisen
technikaffine Vertrauensperson für digitalen Nachlass. Aufgaben:
Passwort-Manager-Zugriff, E-Mails durchsehen,
Online-Banking auflösen,
Social Media (Gedenkzustand/löschen),
Cloud-Daten sichern (USB-Stick),
Abos kündigen,
Kryptowährungen verkaufen. Zeigen Sie WO Passwörter liegen (nicht Passwörter selbst!). In Vorsorgevollmacht benennen: '[Name] verwaltet digitale Konten, Passwörter bei [Ort]'. Wählen Sie IT-affine Person!
Praxistipp: Wählen Sie eine IT-affine Person (nicht 80-jährige Eltern) – digitaler Nachlass erfordert technisches Verständnis!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Bestehende Vorsorgevollmacht um Absatz 'Digitaler Nachlass' ergänzen.
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Wählen Sie eine IT-affine Person (nicht 80-jährige Eltern) – digitaler Nachlass erfordert technisches Verständnis!
Regelmäßig aktualisieren (mindestens 1x pro Jahr)
regelmäßig aktualisieren! Was:
Passwörter (automatisch bei gutem Manager),
neue Konten (Social Media, Abos, Cloud),
geschlossene Accounts streichen,
Kryptowährungen (neue Wallets, Seed-Phrases),
Vertrauenspersonen prüfen (Umzug? Tod?).
Mindestens 1x pro Jahr (Geburtstag/1. Januar). Bei großen Änderungen (Krypto-Investition) sofort aktualisieren. Setzen Sie
jährlichen Reminder im Kalender!
Praxistipp: Setzen Sie sich jetzt sofort einen jährlichen Kalender-Reminder für die Aktualisierung – zum Beispiel am 1. Januar oder an Ihrem Geburtstag.
📋 Pflegevorsorge planen
Pflegeversicherungslücke berechnen
Pflegeheim 2026 ca. 2.000-4.500 EUR/Monat Eigenanteil (nach Pflegekasse-Zuschuss). Die Eigenbeteiligung steigt mit der Aufenthaltsdauer. Lücke ermitteln: Aktuelle Pflegeheimsätze in der Wunschregion erfragen, gesetzliche Leistungen abziehen.
Praxistipp: Fragen Sie bei lokalen Pflegeheimen direkt nach aktuellen Eigenanteilen – die Unterschiede zwischen Regionen und Einrichtungen sind erheblich. Nutzen Sie den Pflegekassen-Leistungskatalog als Berechnungsgrundlage.
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Direkt bei Pflegeheimen anfragen oder beim Pflegestützpunkt.
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Fordern Sie die Aufgliederung nach Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten und Ausbildungsumlage an – nur so sehen Sie, wie sich der Eigenanteil zusammensetzt!
Wo bekommen: Bei Ihrer Pflegekasse (Krankenkasse) kostenlos anfordern oder online auf GKV-Spitzenverband-Website.
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Beachten Sie, dass der Zuschuss der Pflegekasse mit Aufenthaltsdauer steigt (nach 12/24/36 Monaten) – dieser Effekt reduziert die Eigenbelastung langfristig!
Pflegezusatzversicherung abschließen
Pflegetagegeld (fester Betrag/Tag je Pflegegrad),
Pflegekostenversicherung (prozentuale Kostenerstattung),
Pflegekapitalversicherung. Je früher abgeschlossen, desto günstiger.
Staatliche Förderung: Pflege-Bahr (Zuschuss 60 EUR/Jahr bei mind. 120 EUR Beitrag). Vergleich über Finanztip, Verbraucherzentrale.
Praxistipp: Das Pflegetagegeld ist die flexibelste Variante – der Betrag kann für Heimkosten, ambulante Pflege oder Unterstützung der pflegenden Angehörigen eingesetzt werden. Schließen Sie so früh wie möglich ab – bei Vorerkrankungen drohen Ausschlüsse oder Ablehnung.
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Beim Versicherer direkt, über Makler oder Vergleichsportale (Check24, Verivox).
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Vergleichen Sie mindestens 3 Angebote – Beiträge und Leistungen unterscheiden sich erheblich. Achten Sie auf Wartezeiten (meist 3 Jahre) und Dynamikklauseln gegen Inflation!
Wo bekommen: Vom Versicherer mit dem Antrag zugeschickt.
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Beantworten Sie alle Fragen wahrheitsgemäß – falsche Angaben führen zur Leistungsverweigerung im Ernstfall! Bei Unsicherheiten Arzt fragen.
Wohnungsanpassung planen
barrierefreies Wohnen nachdenken.
KfW-Förderung: Kredit bis 50.000 EUR (Programm 159), Zuschuss bis 6.250 EUR (Programm 455-B) für altersgerechten Umbau.
Pflegekasse zahlt Wohnraumanpassung bis 4.180 EUR (ab Pflegegrad 1).
Praxistipp: Beantragen Sie die KfW-Förderung VOR Baubeginn – nachträgliche Anträge werden abgelehnt! Lassen Sie sich kostenlos von einem Wohnberatungsdienst beraten (bundesweit verfügbar, Adressen beim BMFSFJ).
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Online über www.kfw.de oder über Ihre Hausbank (KfW-Kredite werden über Durchleitungsbanken vergeben).
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Antrag MUSS vor Baubeginn gestellt werden – kein rückwirkender Antrag möglich! Programm 455-B = Zuschuss (kein Kredit), daher bevorzugen.
Wo bekommen: Beim Handwerksbetrieb (Schreiner, Sanitär, Elektriker je nach Maßnahme).
Kosten: Meist kostenlos.
Praxistipp: Holen Sie mind. 3 Kostenvoranschläge ein. Der KfW-Antrag benötigt konkrete Kostenschätzungen. Achten Sie auf Barrierefreiheits-Expertise des Betriebs (z.B. zertifiziert nach DIN 18040).
Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung für Pflegefall aktualisieren
Vollmacht muss den Pflegefall explizit abdecken: Wohnungskündigung, Heimvertrag unterschreiben, Bankgeschäfte. Hausarzt und Pflegeeinrichtung über Vollmacht informieren.
Praxistipp: Prüfen Sie Ihre bestehende Vorsorgevollmacht auf explizite Formulierungen zum Pflegefall – viele ältere Vollmachten sind hier zu vage. Bei Immobilienbesitz unbedingt notarielle Vollmacht sicherstellen (Grundbuchamt akzeptiert nur notarielle Vollmacht für Wohnungsverkauf im Pflegefall).
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Bestehende Vollmacht beim Notar aktualisieren oder neu erstellen (60-200 EUR).
Kosten: Bei notarieller Beglaubigung 60-200 EUR, sonst kostenlos.
Praxistipp: Formulieren Sie explizit: 'Bevollmächtigte(r) darf Heimvertrag abschließen, Wohnung kündigen und Wohnungseinrichtung auflösen' – pauschale Formulierungen reichen oft nicht!
Wo bekommen: Aktualisierung der bestehenden Patientenverfügung (kostenlos, handschriftlich oder getippt).
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Ergänzen Sie spezifische Regelungen für Demenz: 'Bei schwerer Demenz ohne Erkennungsvermögen lehne ich künstliche Ernährung ab' – konkrete Formulierungen werden von Ärzten besser akzeptiert.
📋 Erbschaftsteuer optimieren und Schenkungen planen
Freibeträge und Steuerpflicht prüfen
Steuerklassen I/II/III mit Steuersätzen 7-50%. Bei Immobilien: Wohnimmobilien an Kinder ggf.
steuerfrei (Selbstnutzungspflicht 10 Jahre).
Praxistipp: Erstellen Sie eine aktuelle Vermögensaufstellung und berechnen Sie, ob Ihr Vermögen die Freibeträge überschreitet. Bereits ab einem Kind und 400.000 EUR Vermögen (Immobilie!) kann Erbschaftsteuer anfallen – frühzeitige Planung spart erheblich.
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Selbst erstellen (Excel, handschriftlich).
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Immobilien werden vom Finanzamt nach Ertragswertverfahren bewertet – oft unter Marktwert. Lassen Sie ggf. gutachterlich bewerten, um Spielraum zu kennen.
Wo bekommen: Beim Finanzamt oder aus Ihren Unterlagen.
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Ein Steuerberater mit Erbschaftsteuer-Spezialisierung kann die Optimierungsmöglichkeiten konkret berechnen – die Beratungskosten sind meist schnell durch Steuerersparnis gedeckt.
Schenkungen zu Lebzeiten planen
400.000 EUR/Kind alle 10 Jahre steuerfrei verschenken. Frühzeitig beginnen!
Schenkung von Immobilien: Nießbrauchsvorbehalt möglich (Wohnrecht behalten, Wert reduziert). Schenkungsvertrag beim Notar empfehlenswert.
Praxistipp: Wer jetzt mit 50 Jahren plant, kann einem Kind bis zum 70. Lebensjahr zweimal 400.000 EUR steuerfrei übertragen (= 800.000 EUR). Bei mehreren Kindern entsprechend mehr. Beginnen Sie so früh wie möglich mit der Schenkungsplanung!
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Beim Notar erstellen lassen.
Kosten: Ca. 1-2% des Schenkungswerts (GNotKG).
Praxistipp: Bei Immobilienschenkung ist Notar Pflicht (Grundbucheintragung). Bei Geldschenkungen reicht schriftlicher Vertrag, aber Notar erhöht Rechtssicherheit und dokumentiert Schenkungsdatum (wichtig für die 10-Jahres-Frist!)
Wo bekommen: Formular beim Finanzamt oder ELSTER (online).
Kosten: Kostenlos.
Praxistipp: Schenkungen MÜSSEN dem Finanzamt gemeldet werden – auch wenn kein Steuerbetrag anfällt! Notar meldet Immobilienschenkungen automatisch. Bei Geldschenkungen unter Freibetrag besteht keine Meldepflicht, aber Dokumentation empfehlenswert.
Pflichtteilsansprüche kennen und planen
Hälfte des gesetzlichen Erbteils.
Pflichtteilsverzichtsvertrag möglich (notariell, meist gegen Ausgleichszahlung). Schenkungen in letzten 10 Jahren werden anteilig berücksichtigt.
Praxistipp: Der Pflichtteilsanspruch ist ein Geldanspruch gegen die Erben – er kann Erben in finanzielle Bedrängnis bringen, wenn Hauptvermögen eine Immobilie ist. Klären Sie Pflichtteilsfragen proaktiv mit allen Beteiligten, um späteren Streit zu vermeiden.
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Beim Notar erstellen lassen.
Kosten: Ca. 1-2% des Nachlasswerts (GNotKG).
Praxistipp: Ein Pflichtteilsverzicht ist freiwillig und kann nicht erzwungen werden. Übliche Gegenleistung ist eine Ausgleichszahlung zu Lebzeiten. Lassen Sie sich von einem auf Erbrecht spezialisierten Anwalt beraten!
Notfalldokument und Hinterbliebeneninformation erstellen
verschlossenem Umschlag oder
Notfallordner aufbewahren, Vertrauensperson informieren.
Praxistipp: Aktualisieren Sie das Dokument mindestens einmal jährlich. Legen Sie eine Kopie bei einer Vertrauensperson (z.B. einem Kind oder engen Freund) ab – so ist sichergestellt, dass die Information im Ernstfall auch zugänglich ist.
Benötigte Unterlagen
Wo bekommen: Selbst erstellen – Vorlagen gibt es bei der Verbraucherzentrale (kostenpflichtig) oder kostenlos als Vorlage zum Download (Suche: 'Notfallordner Vorlage kostenlos').
Kosten: Kostenlos bis ca. 10 EUR für Vorlagen.
Praxistipp: Bewahren Sie das Dokument an einem bekannten Ort auf und informieren Sie mindestens eine Vertrauensperson über den Aufbewahrungsort – ein Notfallordner, den niemand findet, hilft niemandem!
Wo bekommen: Im Passwort-Manager selbst (z.B. Bitwarden 'Emergency Access', 1Password 'Emergency Kit').
Kosten: Im Abo enthalten.
Praxistipp: Drucken Sie das Emergency Kit (1Password) aus oder notieren Sie das Masterpasswort handschriftlich – bewahren Sie es getrennt vom Notfallordner auf (erhöhte Sicherheit bei Einbruch).